Bach-Chor Kilianskirche Heilbronn
Zu den Aufgaben und Zielsetzungen des Bach-Chors gehören:
Das Repertoire des Bach-Chors umfaßt Motetten und Chorwerke u. a. von Melchior Franck, Heinrich Schütz, Wolfgang Amadeus Mozart, Johannes Brahms, Felix Mendelssohn Bartholdy, Heinrich Kaminski und selbstverständlich von Johann Sebastian Bach.
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Bericht über die Chorreise vom 29. bis 31. Juli 2011 nach Bern und Solothurn (zu den Fotos über die Verknüpfungen)
Heitere Stimmung beim Besuch des Bach-Chores in Solothurn und Bern
Ausgerechnet zum ersten Ferienwochenende begaben sich am Freitag 62 heiter „gestimmte“ Bach-Chor Mitglieder auf ihren Ausflug in die Schweiz. Wie immer gab hierbei der Kilianskantor und Chorleiter, Stefan Skobowsky, den richtigen Ton an. Wegen der üblichen Stauprognosen nach Basel führte schließlich der Umweg über Schaffhausen doch noch fast rechtzeitig zum Ziel. Solothurn, die Heilbronner Partnerstadt, stand am Samstagvormittag auf dem Programm. Der Chor aus Heilbronn wurde besonders herzlich in der „schönsten Barockstadt der Schweiz“ willkommen geheißen. Schon der Blick auf die sonnige Stadtsilhouette mit dem Ensemble von Kirchen, Türmen und Schanzen beeindruckte stark. Zur Marktzeit herrschte reges Treiben und trotzdem schweizerisch ruhige Geschäftigkeit.
Es gibt in Solothurn wie in Heilbronn eine astronomische Uhr, dort mit Ritter, Tod und König. Und überall findet man schöne alte Gassen und Plätze inmitten der vielen historischen Bauten. So, wie es bei guten alten Freunden üblich ist, wurde der Chor zur Stadtführung begrüßt. Beim Gang über holpriges Pflaster wurde der geschichtliche Hintergrund engagiert und sehr lebendig mit vielen überraschenden Details dargestellt. Man erfuhr, dass in Solothurn intensiv und mit allen Tricks Schweizer, oft besitzlose Bauernsöhne, als Söldner für Frankreich angeworben wurden. Dies war ein einträgliches Geschäft, so dass sogar eine Kirche in der Stadt von dem Geld Ludwig des XIV. gebaut werden konnte. Diese treuen Schweizer Garden waren äußerst wichtig für die zu der damaligen Zeit kriegerische französische Geschichte.
Die wenigen noch erhaltenen Schanzen von Vauban mussten zum Glück nie im Krieg
ihre Standfestigkeit beweisen. Sie waren eher wichtig für das Prestige der kleinen Stadt.
Ganz eigenartig ist, dass man überall in der Architektur der Stadt eine rätselhafte Symbolik, die mit der Zahl 11 zusammenhängt, vorfindet. Die interessante Führung fand ihren Abschluss an der Aare und am Traditionslokal „Salzhaus.“ Dort erwartete bereits Stadtpräsident und Nationalrat Kurt Fluri die Heilbronner Gruppe und lud zum „Apéro“ ein.
Die Sonne schien, und man saß gut gelaunt unter Schirmen draußen vor dem Lokal während der besonders herzlichen Begrüßung. Stadtpräsident Fluri erinnerte in seiner Ansprache daran, dass die Wurzeln der Heilbronner Partnerschaft bis in die deutsche Inflationszeit zurück reichen. Im Jahre 1924 sammelten Solothurner Bürger Geld, damit sie in Heilbronn mit einer Suppenküche die allgemeine Not lindern konnten. Dies war eine ganz bemerkenswerte soziale Aktion. Außerdem wies der Stadtpräsident darauf hin, dass die Partnerschaft seit 1981 besteht, und man somit in diesem Jahr das 30 jährige Jubiläum feiert. Er wünscht sich neben dem Austausch unter Vereinen auch noch mehr private Kontakte, wobei er, wie er schmunzelnd bemerkte, von drei Eheschließungen durch solche Begegnungen weiß. -
Der Samstagnachmittag stand ganz im Zeichen des musikalischen Höhepunktes der Fahrt:
Der Bach-Chor sollte den traditionellen Samstag Vespergottesdienst im Berner Münster mit gestalten. Ein Chorsatz aus Felix Mendelssohns Oratorium „Paulus“ und Mendelssohns Motette zum 100. Psalm standen im Mittelpunkt. Zum Schluss erklang ein Abendlied von Josef Gabriel Rheinberger. Es zeigte sich, wie die Wirkung der Kirchenmusik entscheidend auch vom Raum abhängt. Es war nicht nur die Akustik, die diesen Eindruck hervorrief, sondern die Würde des gotischen Münsters schien in der Musik mitzuschwingen.
Bei der anschließenden Führung durch das Münster berichtete der Mesner begeistert über
die lange Baugeschichte von der Planung bis zur Fertigstellung des Gebäudes. 1421 war die Grundsteinlegung, weil die vorherigen Kirchen für die wachsende Bedeutung von Bern nicht mehr ausreichten. Eine kleine Bürgerschaft war durch kluge Handelsbeziehungen, die quer durch Europa reichten, wohlhabend geworden. Die Spendenbereitschaft war groß, und dennoch sah sich der geniale Architekt vor die fast unlösbare Aufgabe gestellt, mit zu wenig Mitteln ein gewaltiges Bauwerk zu errichten. Er verzichtete daher auf manche sonst übliche gotische Stilelemente und schuf dadurch etwas ganz Eigenständiges, auf das die Berner heute sehr stolz sind. Erstaunlich ist, wie die in den Plänen sichtbare vielfache Symbolik und die Absichten des Architekten später über Jahrhunderte hinweg konsequent ausgeführt wurden. Solche Arbeiten waren auch eine Art von Gottesdienst.
Für den Bach-Chor war die Mitwirkung im Gottesdienst am Sonntagmorgen in der reformierten Stadtkirche Solothurn eine gerne erfüllte Aufgabe.
Die Pfarrerin ging in ihrer Predigt ganz genau auf die musikalische Umrahmung durch den Bach-Chor ein. Ein herzliches Willkommen kam auch beim anschließenden „Apéro“ zum Ausdruck. Sofort ergaben sich bei einem Glas Wein interessante Gespräche mit Gemeindegliedern.
Allzu schnell schloss sich unmittelbar danach die Rückfahrt an.
Man fuhr heim mit Dankbarkeit dafür, dass in den drei Tagen der Sinn des Ausflugs auf vielfältige Art erfüllt worden ist.
Bericht: Jürgen Heidel, Fotos: Peter Giehrl